Kroatischer Kulturpreis »Metron« an den Kärntner Slowenen Hanzi Gabriel
13.11.10

Pretisni za povećanje

Der Kärntner Slowene Hanzi Gabriel wurde für seine vielfältigen Tätigkeiten als Musiker, Kulturschafffender und seine volksgruppenübergreifende Zusammenarbeit mit dem "Metron" 2010, dem Kulturpreis des Kroatischen Zentrums in Wien ausgezeichnet.
Im Folgenden ein kurzer Auszug aus der Laudatio von Gabriela Novak-Karall anlässlich der Verleihung am 11.11.2010 im Kroatischen Zentrum in Wien.
"Bei der kürzlichen Verleihung des »Nestroy«, des österreichischen Theaterpreises, hat Karl Markovics in seiner Laudatio gemeint, die beste Art über jemanden anderen zu sprechen, sei über sich selbst zu erzählen, und er hat dann seine Laudatio für Erwin Piplits und Ulrike Kaufmann mit der Erzählung über seine erste Begegnung mit ihnen begonnen.
In Anlehnung daran möchte auch ich meine — jedenfalls bewusste — erste Begegnung mit Hanzi Gabriel erzählen:
Das genaue Jahr weiß ich nicht mehr — jedenfalls hatte ich hier im Sekretariat des Kroatischen Zentrums in Wien, wie so oft, einen Telefonanruf, wo jemand vorbeikommen wollte, auf der Suche nach Informationen. In diesem Fall ging es konkret um die Tamburica. Das ist zwar nicht mein „Spezialgebiet“, aber ich war gerne bereit, was ich wusste bzw. was wir an Unterlagen, Publikationen usw. hier hatten, zur Verfügung zu stellen.
Im Endeffekt war es so, dass er mir mehr erzählte als ich ihm, und ich viel mehr Neues erfahren und gelernt hatte— mehr, als er von mir an Informationen bekommen konnte. Er war damals noch auf der Recherche für seine Publikation, die umfassende Monographie über die Geschichte der Tamburica »Po sledeh tambura‰tva na Koro‰kem«, aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Tamburica bei den Kärntner Slowenen.
Was auch viele Kroaten nicht wissen, dass die Tamburicatradition bei den Kärntner Slowenen viel älter ist als bei den Burgenländischen Kroaten. Und wieder einmal waren die Slowenen früher dran, und die Kroaten konnten von ihnen etwas lernen.
Hanzi Gabriel meint zwar oft, es sei umgekehrt, aber ich denke dass er da zu selbstkritisch ist und dass die Slowenen eine Vorreiterrolle unter den österreichischen Volksgruppen einnehmen und uns Kroaten in fast allem voraus sind.

»Metron« ist der Kulturpreis der Kroaten in Wien, erstmals verliehen 2008, für Verdienste um die Volksgruppe, insbesondere in Wien aber auch in ihrer Gesamtheit, d.h. grenzüberschreitend, und auch für die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Ganz im Sinne des langjährigen Vorsitzenden und Obmannes des Kroatischen Kulturvereines in Wien, Demeter Karall (1924-1991) dem diese beiden Aspekte immer sehr wichtig waren. Daher hat der Preis seinen Namen auch nach ihm bekommen — in Abwandlung seines Vornamens Metro, für Demeter, und mit dem drangesetzten „n“ wurde er zu Metron; griechisch: das Maß, das Maß, an dem sich die Vereine in Wien, an dem wir uns in unserer Arbeit und auch bei der Vergabe dieses Preises orientieren.

Die slowenische Uraufführung der sogenannten »Hrvatska maša«, der »Kroatischen Messe« von Hannes Laszakovits, war der eigentliche Ausgangspunkt einer engeren Zusammenarbeit mit Hanzi Gabriel bzw. neuer slowenisch-kroatischer Kooperationen, wie es sie in der Vergangenheit in viel stärkerem Ausmaß gab. Diese Kroatische Messe war dann auch das Gemeinschaftsprojekt von Fermata und Kolo-Slavuj aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Fermata als Tamburicagruppe der Kärntner Slowenen in Wien.
Wir haben diese Messe in der Servitenkirche als slowenisch-kroatische Messe aufgeführt — und das war sozusagen die dritte Premiere.
Ich denke, dass gerade diese Messe ein guter Ausgangspunkt für die Zusammenarbeit war: Die verbindende Symbolik dieser Messe ist in allem spürbar — die Komposition selbst ist eine musikalische Handreichung, und wir haben mit dieser Messe nicht nur musikalisch unterschiedliche Epochen, Sprachen und Kulturen, Traditionelles und Neues, Religiöses und Weltliches miteinander verbunden bzw. – unserem Namen entsprechend – sondern unser Kolo, unseren Kreis, erweitert. Und dafür danke ich Hanzi Gabriel ganz besonders.

Darüber hinaus haben wir auf seine Initiative beim diesjährigen Tamburicafestival in seiner Heimatgemeinde, in St.Johann im Rosental mitgewirkt und konnten so an die in den Anfangsjahren des Ensembles so engen Kontakte zu den Kärntner Slowenen, die dann im Laufe der Jahre leider etwas eingeschlafen sind, wieder anknüpfen. Ich hoffe sehr, dass daraus wieder regelmäßige Kontakte und Begegnungen, gemeinsame Veranstaltungen, Gastkonzerte usw... werden."
(Auszug aus der Laudatio von Gabriela Novak-Karall anlässlich der Verleihung des kroatischen Kulturpreises »Metron« an den kärntnerslowenischen Komponisten, Arrangeur und Tamburicaexperten Hanzi Gabriel.)



izvor/Quelle: nes
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