Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien für verdiente Vereinsfunktionäre
17.11.11

Pretisni za povećanje

Im Folgenden die Laudatio von Mag. Robert Szucsich, dem ehemaligen Direktor des Österreichischen Kulturforums in Zagreb und dem ehemaligen Vorsitzenden des Kroatischen Kulturvereines im Burgenland.

Sehr geehrter Herr Amtsführender Stadtrat Dr. Andreas Mailath-Pokorny!
Sehr geehrte Frau Stadträtin Veronika Matijasek!
Sehr geehrte Frau Dritte Präsidentin des Wiener Landtages Marijanne Klicka!
Verehrte Festgäste!
Dobro došli, dragi prijatelji!
Aus Anlass des Jubiläums „75 Jahre HGKD“, „45 Jahre Vereinssitz in der Schwindgasse 14“ und „15 Jahre Kroatisches Zentrum“ hat das Land Wien verdienten Funktionären dieser Kulturorganisationen in Würdigung ihrer Vereinstätigkeit eine Auszeichnung verliehen, was gleichzeitig auch ein Anerkennen der Tätigkeit der genannten Vereinen darstellt.
Es gereicht mir zur besonderen Freude und Ehre zugleich, dass ich heute im Stadtsenatssitzungssaal des Wiener Rathauses anlässlich der Überreichung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien an vier beispielgebende Persönlichkeiten aus dem Burgenland die zu Ehrenden in einer kurzen Laudatio vorstellen darf – zuerst in alphabetischer Reihenfolge:
- Herr Josef Gerbasits, geb. 1935 in Kroatisch Geresdorf/ Gerištof
- Herr Stefan Novak, geb. 1956 in Siegendorf/Cindrof
- Herr Martin Prikoszovich, geb. 1929 in NIkitsch/Filež
- Frau Dr. Gerlinde Stern-Pauer, geb. 1960 in Oberpullendorf/Felsöpulya

Schon in jungen Jahren führte sie ihr Weg – wie so viele Burgenländer auch - nach Wien, wo sie neben ihrem Beruf und ihrer Ausbildung alsbald im Kroatisch-burgenländischen Kulturverein und im Kroatischen Akademikerklub, später dann im Kroatischen Zentrum ein zusätzliches breitgefächertes Betätigungsfeld gefunden haben. Denn diese verdiente vvier Vereinsfunktionäre, Angehörige der autochtonen kroatischen Volksgruppe in Österreich, haben unermüdlich und selbstlos im Rahmen der genannten Vereine einen großen Beitrag zur Pflege und Erhaltung der kroatischen Sprache und Kultur der seit Generationen in Wien lebenden Kroaten geleistet, und in organisatorischer, gesellschaftspolitischer, kommunikationstechnischer Hinsicht wertvolle Leistungen erbracht, und zwar sowohl in verschiedenen Sektionen der genannten Vereine, wobei ein besonders Anliegen der Zweisprachigkeit der vorschulpflichtigen Kindern , den Schulkindern, der singenden und tanzenden Jugend und auch den Senioren gegolten hat, als auch in förderlichen Kontaktnahmen und in fruchtbarer Zusammenarbeit mit städtischen Bereichen und mit Landesinstitutionen, beispielsweise hinsichtlich des traditionellen alljährlich stattfindenden Kroatenballes, des Kroatischen Kirtages usw. Darüber hinaus bemühten sie sich Brücken zu schlagen zu anderen Volksgruppen, zu autochtonen und zu allochtonen, auch über die Landes- und Staatsgrenzen hinweg.
Herr Martin Prikoszovich war und ist bis heute ideenreich geblieben und bekleidete von 1954-57 die Funktion des Obmannes des Kroatischen Akademikerklubs und in dieser Zeit Mitbegründer der kulturpolitischen Zeitschrift „Glas“ (die Stimme) und bis 1962 verantwortlicher Redakteur. In dieser Zeitschrift haben junge schriftstellerische Talente des Klubs ihre ersten literarischen Gehversuche unternommen.
1960 – 1961 ist er neuerlich Obmann des Kroatischen Akademikerklubs und wird zur treibenden Kraft für die Gründung einer Theater- und Literatursektion und die Anschaffung eigener Klubräumlichkeiten im achten Bezirk, in der Langegasse.
Von 1961 bis 1971 – also zehn Jahre lang- leitet er als Obmann des Kroatisch-burgenländischen Kulturvereines in Wien die für die folgenden Jahrzehnte maßgeblichen Struktur- Organisationsveränderung ein. Es gelang ihm, die kroatischen Vereinigungen in Wien aneinander näher zu bringen.
So wird beispielsweise 1964 die Tanzgruppe „Kolo“ (Reigen) gegründet und das erste Vereinsinformationsblatt „Vjesnik“ (Bote) herausgegeben.
Am 12.12.1964 geht endlich sein langersehnter Traum in Erfüllung: ein eigenes Vereinslokal entsteht in der Schwindgasse 14 im 4. Bezirk. Nach dem Umbau der Räumlichkeiten erfolgt die offizielle Eröffnung 1965 und bis heute befindet sich der Sitz des Vereines an derselben Adresse.
Im Jahre 1966 werden unter seiner Leitung die ersten Kontakte zu Kroaten in der Slowakei und in Ungarn angebahnt und er war auch erfolgreich im Knüpfen von Kontakten und gemeinsamen Projekten mit Kulturinstitutionen in Kroatien.
Mit seiner Unterstützung erfolgt 1972 die Gründung des „Komitees für die Rechte der Burgenländischen Kroaten" und 1982 wird die Schulsektion des Kulturvereines mit Förderung des Bundeskanzleramtes und vor allem mit Hilfe des damaligen Stadtrates und späteren Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk gegründet.
Im Jahre 1983 entsteht der Gesangschor „Otvorena srca“ (Offene Herzen).
Von1991 bis 1993 ist Herr Prikoszovich wieder Obmann des Kroatisch-burgenländischen Kulturvereines in Wien. Zusammengerechnet war er insgesamt 16 Jahre Obmann und hat umsichtig die Geschicke der Kroatenvereine geleitet.
Herr Martin Prikoszovich, seit seiner Ankunft in Wien 1950 mit dem Kroatischen Akademikerklub und dem Kroatisch-burgenländischen Kulturverein in Wien stets eng verbunden, ist Ideengeber, Vorausdenker und Motor in der kroatischen Vereinstätigkeit in Wien, ein temperamentvoller Verfechter seiner Anliegen, jedoch immer das gemeinsame Ziel vor den Augen, der unermüdlich und allgegenwärtig in seiner Vereinstätigkeit aufging, ein erfolgreicher Brückenbauer zwischen den Generationen - und von bemerkenswerter Bescheidenheit. Wir alle sind ihm zu großem Dank verpflichtet – auch ich persönlich hatte die Ehre und Möglichkeit als gewählter Schriftführer eine Zeit lang an seiner Seite zu arbeiten. Und wenn einmal die 2. Auflage des Buches über wichtige und verdiente Burgenländische Kroaten erscheint, wird sein Name darin einen würdigen Platz einnehmen.
Nach seiner dreijährigen Tätigkeit beim Bundekanzleramt von 1956 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand 1994 war er auch ein vorbildlicher Beamter in der Buchhaltung des BM für Landesverteidigung und wurde 1974 mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.
2010 erhielt er in der Botschaft der Republik Kroatien den Orden „Kroatischer Morgenstern mit dem Antlitz von Marko Marulic“.
Martin Prikoszovich ist seit 1969 mit Frau Terezija geborene Karajcirova aus der Slowakei verheiratet und sie haben einen gemeinsamen Sohn.
Ich darf Herrn Martin Prikoszovich und seiner Familie zu der heutigen Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien mit Dank meine herzliche Gratulation aussprechen.

Herr Josef Gerbasits kam vor mehr als 60 Jahren, bereits als Lehrling, mit dem Kroatisch-burgenländischen Kulturverein in Wien in Kontakt und war eine Zeitlang Stellvertretender Obmann und Geschäftsführender Obmann. Während dieser Zeit hat er sich besondere Verdienste erworben bei der Anmietung der Mezzaninräumlichkeiten in der Schwindgasse 14, wo der kroatische Unterricht und 1993 der kroatische bzw. zweisprachige Kindergarten „Viverica“ (Eichhörnchen) eingerichtet wurde und wo seit 1994 das Kroatische Zentrum als Kultur-und Verwaltungszentrum entstanden ist.
Auf seine Initiative und dank seiner Bemühungen kam es 1994 zur Gründung des vereinseigenen Seniorenklub, welcher im Rahmen eines EU-Projektes 2003 in Βonn als „Innovative Initiative zur sozialen Integration älterer Migranten und Migrantinnen“ ausgezeichnet wurde.
Bereits während seiner Lehrjahre als Arbeitnehmervertreter politisch tätig, später 22 Jahre als Bezirksrat der SPÖ in Favoriten hat er im Arbeits- und Sozialbereich höchste Anerkennung verdient und einen bedeutenden Beitrag zur Kontaktaufnahme mit Herrn Bürgermeister Zilk geleistet.
Sein besonderes Anliegen galt der burgenländisch-kroatischen Arbeitnehmerschaft in Wien und er war bestrebt, den traditionellen Kroatenball zu einer wirklichen Integrationsveranstaltung der Stadt Wien werden zu lassen.
In „seinem“ Favoriten, wo sich nach dem 2. Weltkrieg sehr viele Burgenländer, darunter auch viele Kroaten angesiedelt haben, hat er zusammen mit staatlichen Institutionen und der Stadt Wien, besonders mit der Bezirksvorstehung Favoriten im wohlwollende Einvernehmen zum Abhaltung des seit 1983 nunmehr bereits traditionellen Kroatischen Kirtages im Böhmischen Prater wesentlich beigetragen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich seine vielen Veranstaltungs- und Spendenaktionen nicht unerwähnt lassen, deren Reinerlös der Antoniuskirche und der Friedenskirche, sowie 10 Vollwaisenkindern fürs Einkleiden, bosnischen Kindern für Prothesen und dem Kindergarten Osijek in Kroatien zu Gute kamen.
Herr Josef Gerbasits ist Träger der Viktor-Adler-Plakette und des Silbernen Verdienstzeichens der Stadt Wien und ist trotz seines Initiativreichtums bescheiden und selbstlos geblieben.
Meine herzliche Gratulation zur heutigen Überreichung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien!

Herr Stefan Novak ist seit Beginn seiner Studienzeit 1975 in Wien und im Folkloreensemble der Burgenländischen Kroaten „Kolo-Slavuj“ mit Sitz in der Schwindgasse 14 tätig. In der Folge wird er Trainer, dann Verantwortlicher für Tanz und Choreographie und schließlich zum künstlerischen Leiter des national und international geschätzten Ensembles. In seiner langjährigen Funktion bemüht er sich, dieses Segment des kroatischen Kulturgutes nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln. Seine künstlerische Arbeit manifestiert sich in eine Reihe von Choreographien, in erster Linie für das Ensemble „Kolo-Slavuj“, jedoch auch für andere Folkloregruppen im In- und Ausland.
Seit der Gründung der Kinder- Und Jugendfolkloregruppe „Piplići“ (Kücken) 1986 ist er als Leiter dieses Nachwuchsensembles bestrebt, seine reiche Erfahrung auf dem Gebiet der kroatischen Volkskultur und Folklore an die Kleinesten und Kleinen weiterzugeben, wobei sein besonderes Anliegen ist, seine künstlerische Arbeit mit den „Piplići“ einem größeren Publikumskreis in Wien zu zeigen- diesbezüglich bestehen bereits intensive Beziehungen zu politisch Verantwortlichen in Wien Wieden.
Seit 1990 leitet er regelmäßig Seminare und Workshops über kroatische Folklore und tradiertes Kulturgut der Burgenländischen Kroaten und ist derzeit auch wissenschaftlicher Mitarbeiter am Buch mit dem Arbeitstitel „Tanztraditionen der Burgenländischen Kroaten“.
Schon 25 Jahre lang leitet Herr Novak die kroatische Fußwallfahrt von Wien nach Mariazell und ist dabei bemüht, diese spirituelle wie auch sportliche Herausforderung auch mit anderen nicht nur kroatischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchzuführen. Auch die integrative Zusammenarbeit kroatisch- und deutschsprechender Wallfahrer (einerseits die „Celjanska braća“/Mariazeller Geschwister und andererseits die Weinviertler sehr große Wallfahrergruppe aus Unterstinkenbrunn) sowie deren regelmäßige Zusammnekünfte im Kroatischen Zentrum sind auch sein Verdienst.
Besondere Anerkennung verdient Herr Novak hinsichtlich des Zusammenhalts dere burgenländischkroatischen Kirchengemeinde in Wien und seiner maßgeblichen Mitarbeit zur Wiederbelebung der kroatischen Marienwallfahrt nach „Maria Grün“ im Prater. Seiner Initiative und seinem Betreiben ist es zu verdanken, daß monatlich kroatische Messfeiern im Kroatischen Zentrum in der Schwindgasse 14 abgehalten und zahlreich besucht werden.
Herr Stefan Nowak ist verheiratet und hat eine Tochter.
Ihm und seiner Familie gratuliere ich zu der heutigen Überrreichung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien.

Frau Dr. Gerlinde Stern-Pauer war langjährige Vorsitzende der Schulsektion des Kroatisch-burgenländischen Kulturvereins in Wien bzw. Vorstandmitglied im denselben Verein und war auch Mitglied des Beirates für die kroatische Volksgruppe des Bundeskanzleramtes.
Bereits seit Beginn ihres Studiums 1979 in Wien war sie zuerst Vorstand im Kroatischen Akademikerklub, danach auch im Kroatisch-burgenländischen Kulturverein und im Kroatischen Zentrum.
Als langjährige Vorsitzende der 1983 gegründeten Schulsektion war sie federführend und erfolgreich hinsichtlich der Verbesserung des Angebotes in kroatischer Sprache für Schul- und Vorschulkinder in Wien, wobei in Zusammenarbeit mit dem Verband der Wiener Volkshochschulen Kroatischkurse für Kinder, Anfänger und Fortgeschrittene an verschiedenen Hochschulen in Wien angeboten wurden. Mit ihrer Hilfe wurden bis heute aktuelle Strukturen geschaffen und auch die Kurse werden schon lange im Kroatischen Zentrum angehalten.
1988 wurde Dr. Gerlinde Stern-Pauer erste angestellte Sekretärin des Kroatischen-burgenländischen Kulturvereines in Wien und entfaltete eine rege Tätigkeit auch auf minderheitenpolitischen Gebiet.
Auch bei der Gründung des zweisprachigen Kindergartens „Viverica“ leistete sie als ausgebildete Psychologin wertvolle Unterstützung und danach Hilfestellung bei dessen weiterer Tätigkeit. Sie betreute als Mitglied des Redaktionsstabes der zweisprachigen Zeitschrift „PUT“ (Weg) eine eigene Rubrik mit erziehungs- und sonstigen populärwissenschaftlichen Themen.
Als langjähriges Vorstandsmitglied der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Volksgruppenfragen – Volksgruppeninstitut war ihr die Zusammenarbeit der Volksgruppen in Wien ein besonderes Anliegen.
Frau Dr. Gerlinde Stern-Pauer kam nach ihrer Matura nach Wien, wo sie nach dem Abschluß ihres Psychologiestudiums als Psychologin im Psychiatrischen Krankenhaus der Stadt Wien arbeitete.
2000 kehrte sie ins Burgenland zurück und ist Büroleiterin bei Gesundheits- und Soziallandesrat Dr.Petar Rezar im Amt der Burgenländischen Landesregierung in Eisenstadt.
Ab 1982 war sie ehrenamtliche Mitarbeiterin im Interkulturellen Zentrum KUGA in Grosswarasdorf/Veliki Borištof und seit2003 ist sie Obfrau und also solche weiterhin bemüht – auch in ihrem erlernten Beruf – der kroatischen Volksgruppe mit Rat und Tat aufopfernd zur Verfügung zu stehen. Dass sie mit den Kulturorganisationen in Wien, in der Slowakei, in Ungarn und in Kroatien gemeinsame Projekte durchführt – braucht nicht extra betont zu werden.
Frau Dr.Gerlinede Szern-Pauer ist verheiratet und die Familie hat 2 Söhne.
Herzliche Gratulation ihr und der Familie zur heutigen Überrreichung des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien!





izvor/Quelle: news-service
links/info:


NEWS Service


iskanje visti / Suche:

TEČAJI u Hrvatskom centru / KURSE im Kroatischen Zentrum
(20.09.2017)

Umro Martin Prikosović, dugoljetni aktivist i funkcionar hrvatskih društav u Beču
(13.07.2017)

FUEN - Federal Union of European Nationalities je pokrenula Europsku gradjansku inicijativu "Minority SafePack".
(03.07.2017)

Simpozij »Od Grgura Mekinića do Alojza Jembriha«
(13.04.2017)

»Mini-Metron« za 2016. - Kulturna nagrada Hrvatskoga centra za narašćaj - Novomu glasu
(01.02.2017)

Kulturna nagrada »METRON« za 2016. ljeto Snježani Herek
(21.12.2016)

Otvoreno je naticanje za Dan mladine 2017. ljeta
(10.10.2016)

Jubilarni 70. Hrvatski bal u Beču
(10.08.2016)

Umro Jurko Cvečko
(12.05.2016)

KroaTarantata dobitnik Mini-Metrona za 2015.
(09.02.2016)